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Irak: Österreich-Delegation trifft chaldäischen Patriarchen Nona

Kirchenoberhaupt bei Begegnung mit Linzer Bischof Scheuer: Auswanderung der letzten irakischen Christen muss unbedingt verhindert werden

Bischof Manfred Scheuer trifft Patriarch Paul III. Nona

 

Eine Delegation der Kardinal König Stiftun, der Initiative Christlicher Orient (ICO) und der Linzer Pro Oriente-Sektion mit dem Linzer Bischof Manfred Scheuer und Bischofsvikar Slawomir Dadas an der Spitze hat am Montag in Erbil den chaldäisch-katholischen Patriarchen Paul III. Nona getroffen. Die Begegnung war der Auftakt einer mehrtägigen Solidaritätsreise durch den Nordirak zu den letzten verbliebenen Christen im Land.

Laut Patriarch Nona leben aktuell nur mehr höchstens 300.000 Christinnen und Christen im Irak. Er sehe eine seiner Hauptaufgaben darin, alles Menschenmögliche zu unternehmen, damit diese in ihrer Heimat bleiben können. Sollten auch noch die letzten Christen den Irak verlassen, wäre das eine Katastrophe nicht nur für den Irak, sondern für die gesamte Christenheit, so der Patriarch, der hier auf die fast 2.000-jährige christliche Geschichte des Zweistromlandes verwies.

Ohne Unterstützung aus dem Ausland sei es für die letzten Christen kaum möglich, in ihrer Heimat zu bleiben. Die Menschen bräuchten Hilfe zur Selbsthilfe, plädierte der Patriarch für Hilfsprojekte, die es den Menschen ermöglichten, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Jede materielle, aber auch ideelle Hilfe und das Gebet würden die Menschen vor Ort stärken und ihnen Hoffnung geben, so der Patriarch. Er erinnerte in diesem Zusammenhang auch an den Besuch von Papst Franziskus im Irak 2021. Auch dessen Nachfolger Papst Leo XIV. zeige viel Verständnis für die Situation der Christen im Nahen Osten.

An der Begegnung mit Patriarch Nona nahm auch der chaldäische Erzbischof von Mosul, Bashar Warda, teil. Die Österreich-Delegation reiste noch am Montag von Erbil aus weiter in die Ninive-Ebene, wo sie in Karakosch mit dem syrisch-katholischen Bischof Mar Benedictus Younan Hanno zusammentraf. Ein Besuch im Kloster Mar Behnam stand ebenfalls auf dem Programm.

In der Ninive-Ebene lebten vor 2014 noch rund 100.000 Christen. Im August 2014 musste alle Hals über Kopf vor der anrückenden IS-Terrormiliz fliehen. Nach der militärischen Niederlage des IS 2016/17 kehrte nur ein Teil der Geflüchteten wieder zurück, um die geplünderten und zerstörten Häuser wieder aufzubauen und noch einmal einen Neuanfang in der Heimat zu wagen. Schätzungen zufolge sind aber nicht einmal 50 Prozent zurückgekehrt.

Auch die einstige IS-Hochburg Mosul will die Delegation in den kommenden Tagen noch besuchen. Dazu kommen Stationen in der autonomen Region Kurdistan. Neben Begegnungen mit hochrangigen Kirchenvertretern gilt der Besuch auch den christlichen Einwohnern in den Dörfern und Städten der Region. Weiters sind Begegnungen mit religiösen Minderheiten wie den Jesiden anvisiert.

 

 

Quelle: kathpress

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